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18. Infanterie-Division (Chronik 1914/1918)
Königlich Preußische 18. Infanterie-Division

1914



31.7.-1.8.1914:
Inf.Regt.85: [36.Inf.Brig./18.Inf.Div./IX.Armeek./III.Arm.Insp./Kgl.Pr.Armee] „Am 31. Juli 1914 erging der Befehl: „Drohende Kriegsgefahr.“ Alle vorbereiteten Maßnahmen in und bei den Garnisonsstädten Rendsburg und Kiel, wie Besetzen der Brücken über den Kaiser-Wilhelm-Kanal und der Eiderbrücken traten in Kraft.“
1.8.1914:
IX.Armeek.: Friedensgliederung: Gkdo./IX.Armeek. [mit 17.Inf.Div., 18.Inf.Div.]; Jäg.Batl.9; Fußart.Regt.20; Pion.Batl.9; Tr.Abt.9.
1.8.1914:
18.Inf.Div.: Friedensgliederung: Stab/35.Inf.Brig. [mit Inf.Regt.84, Füs.Regt.86; Bez.Kdos. Flensburg und Schleswig]; Stab/36.Inf.Brig. [mit Inf.Regt.31, Inf.Regt.85; Bez.Kdos. Rendsburg und Stade]; Stab/18.Kav.Brig. [mit Hus.Regt.15, Hus.Regt.16]; Stab/18.Feldart.Brig. [mit Feldart.Regt.9, Feldart.Regt.45]; Landw.Insp.Altona [mit Bez.Kdos. I.Altona, II.Altona, I.Hamburg, II.Hamburg, III.Hamburg, Kiel, Neumünster].
1.8.1914:
Inf.Regt.31: [36.Inf.Brig./18.Inf.Div./IX.Armeek./III.Arm.Insp./Kgl.Pr.Armee] „Feinde Ringsum! Das war das Kennzeichen der Lage. Ein schwerer Kampf, große Opfer standen dem deutschen Volke bevor. Nach Osten wie nach Westen mußte die deutsche Landesmark verteidigt werden. Und wie gewaltig war die Übermacht unserer Feinde schon von Anfang an! 3 ½ Millionen Streitern auf deutsch-österreichischer Seite standen etwa 6 Millionen Feinde gegenüber. Der deutsche Generalstab, an dessen Spitze Helmuth v. Moltke stand, war sich bewußt, daß ein gleichzeitiges Losschlagen noch Osten und Westen unmöglich sei; man mußte die Gegner nacheinander schlagen, darin lag die einzige Möglichkeit eines Sieges. Und zwar sollte die erste Entscheidung im Westen gesucht werden, um zunächst den gefährlicheren Gegener unschädlich zu machen und das Rhein- und Ruhrgebiet mit seinen lebenswichtigen Erz- und Kohlengruben und seiner unentbehrlichen Industrie zu schützen. Darum sollten sieben deutsche Armeen an der Westgrenze aufmarschieren, im Osten außer der gesamten österreichisch-ungarischen Streitmacht nur eine. Da ein frontaler Angriff gegen das starke französische Festungssystem Verdun—Toul—Epinal keine oder nur langsame Erfolge versprach, so sollte nach dem Plane des Grafen v. Schlieffen, der bis 1906 Generalstabschef gewesen war, der rechte deutsche Flügel seinen Weg durch Belgien nehmen, die Maasfestungen Lüttich und Namur überrennen und durch eine weit ausholende Umfassung um den linken französischen Flügel über Brüssel—Amiens—Paris die Entscheidung herbeizuführen suchen. Die österreichisch-ungarische Streitmacht sollte währenddessen im Zusammenwirken mit der 8. deutschen Armee in Ostpreußen die Russen abwehren. Diesem Plane entsprechend vollzog sich in den Tagen vom 6. bis 10. August der deutsche Aufmarsch an der belgisch-französischen und der russischen Grenze. Ende Juli 1914 herrschte beim Regiment der übliche Sommerbetrieb. Nach Abschluß der Kompagnie-Ausbildung fanden die Bataillonsübungen, Übungsmärsche, Felddienst- und Feldwachdienst-Übungen sowie Schießen auf den Schießständen statt. Ein Teil der Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften waren auf Urlaub, so daß der Kasernenhof meistens ziemlich still und verlassen war. Irgendwelche Anzeichen des bevorstehenden Krieges waren nicht zu entdecken. Dieses Bild änderte sich wesentlich, als am Nachmittag des 31. Juli der Zustand der drohenden Kriegsgefahr und am 1. August nachmittags um 60 der Mobilmachungsbefehl verkündigt wurden. Mit ungeheurer Spannung war dieser Befehl von der Truppe und der Zivilbevölkerung, die zu Hunderten die Kaserneneingänge in der Viktoriastraße umlagerte, erwartet worden und wurd nun überall mit Jubel begrüßt. Die Urlauber wurden sofort telegraphisch zurückgerufen, und nun begann auf dem Kasernenhofe, in den Mannschaftsstuben und in den Büros ein emsiges Leben. Die 4. Komp. und 1/3 M.G.K. wurden sofort in den mobilen Zustand überführt. Die für sie bestimmten Ergänzungsmannschaften trafen noch in den Abendstunden ein.“
1.8.1914:

Hus.Regt.15: „Der König rief und alle, alle kamen! Am 1. August 1914 erreichte der Mobilmachungsbefehl das Regiment in seinem Standorte „Wandsbeck“. Der Krieg lag bereits in der Luft. Nun kam die Gewißheit, auch solche, daß das Vaterland einem Kampfe auf Leben und Tod entgegenging. Eine gewaltige Erregung bemächtigte sich des gesamten deutschen Volkes. Alle Waffenfähigen stellten sich zum Kampfe, jung und alt, ergraute Männer und fast Knaben noch. Ein Sturm reiner, edler Begeisterung, der in seiner einheitlichen Größe etwas unwiderstehlich Fortreißendes hatte, ergriff das ganze Land, das ganze Volk. Ein jeder, ob Soldat oder Bürger, ob Mann oder Weib, fühlte sich im Bewußtsein unseres guten Rechtes an der gemeinsamen Verteidigung des schwer bedrohten Vaterlandes mitbeteiligt und mitverantwortlich. Reservisten, Landwehr und Landsturm eilten zur Fahne. Im Regiment wollte keiner zurückbleiben. Die 1. Eskadron wurde laut Mobilmachungskalender als Ersatz-Eskadron bestimmt — ein wenig beneidenswertes Schicksal für begeisterte Soldaten.“
1.8.1914:
Hus.Regt.16: „Am 9. September 1872 wurde Se. K. u. K. Majestät Kaiser Franz Josef von Österreich durch Allerhöchste Kabinetts-Ordre zum Chef des Regiments ernannt. Über 40 Jahre hatten die Waffen geruht, als es im Jahre 1914 am 1. August abends 6 Uhr hieß, das Deutsche Reich befinde sich im Kriegszustande.“
1.8.1914:
Feldart.Regt.9: [18.Feldart.Brig./18.Inf.Div./IX.Armeek./III.Arm.Insp./Kgl.Pr.Armee] „Am 1. August 1914 7 Uhr nachm. traf der Mobilmachungsbefehl in Itzehoe ein. Die jungen Offiziere waren abends, wie immer, zum Essen im Kasino versammelt. Auch sonst ging es manchmal recht lebhaft zu in ihrem Kreise. Doch heute lag eine ganz besondere Stimmung über den Herren. Seit gestern bestand der ‚Zustand drohender Kriegsgefahr’. Wird die Mobilmachung folgen? Für uns jüngste gab es nur einen Gedanken: ‚Aller Dinge mächtigstes: Krieg! Aller Dinge herrlichstes: Sieg!’ Wir wollten etwas erleben, freuten uns auf Kampf und Gefahr, fühlten uns als Helden und dachten, uns unserer Väter wert zu zeigen! Manch älteren Kameraden mögen weit ernstere Gedanken beschäftigt haben, wenn er mit reiferen Sinnen um die schwere Lage des Landes sorgte und die Grausamkeit heutiger Kriegführung bedachte. Dem Tischältesten, Hptm. Nahmmacher, reicht die Ordonnanz ein Blatt. Er erhebt sich, während jedes Wort stockt und aller Augen sich auf ihn richten: ‚Meine Herren, die Mobilmachung ist erklärt. - Nun man feste druff!’ Ein dreifaches Hurra auf den Allerhöchsten Kriegsherrn schwillt durch den Saal, es ist der gemeinsame Schwur der Neuneroffiziere, auch das Letzte freudig einzusetzen für König und Land. Zugleich läuft die Kunde durch die Kaserne, Stall, Kantine, überall die gleiche, mächtige Begeisterung auslösend, die keiner unsern stillen, ernsten, bedächtigen Holsteiner Jungens zugetraut hätte. Noch bis spät in die Nacht erklingt die „Wacht am Rhein“ und „Deutschland, Deutschland über alles“, zuweilen nur übertönt durch ein gewaltiges ‚Schleswig-Holstein, meerumschlungen’“
2.8.1914:
18.Inf.Div.: Stab/18.Kav.Brig. [mit Hus.Regt.15, Hus.Regt.16] von 18.Inf.Div. (IX.Armeek.) zu 4.Kav.Div./HKK.2. 2.Halbregt./Drag.Regt.16 [mit Stab/2.Halbregt./Drag.Regt.16, 2.Esk./Drag.Regt.16, 4.Esk./Drag.Regt.16, 6.Esk./Drag.Regt.16] von aufgelöster 20.Kav.Brig. (20.Inf.Div.) als Divisionskavallerie zu 18.Inf.Div./IX.Armeek. (2.Armee).

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