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1.Garde-Regt.z.F.: „10. November: Morgens begibt sich der Stab in einen alten Graben am Westrande des Poezelhoekparkes. Soweit das Feuer es zuläßt, erkunden die Kompagnien das Angriffsgelände, während die eigene und die feindliche Artillerie sehr lebhaft schießen. Es sind Engländer vor der Front festgestellt. Von der Höhe des Gefechtsstandes aus ist das Gelände, als der Nebel steigt, recht gut zu übersehen, obwohl es durch Hecken und Gärten sehr bedeckt ist. Die Brigade bildet einen nach dem Feinde vorspringenden Bogen. Sie bekommt daher Flankenfeuer. Rechts liegt der Polygonveldwald, vor der Front der Nonnebosch und vor unserem linken Flügel, der mit dichtem Rhododendron-Buschwerk unterwachsene Herithagewald.*] Rechts hat das Regiment Anschluß an das 3.G[arde].R[egiment].,links an Regiment Franz. Von dem in vorderer Linie eingesetzten Bataillon standen Lb. und 4. Komp. in erster und 2. u. 3. in zweiter Linie. Das II.[Batl.] lag dicht dahinter in alten englischen Gräben nordöstlich Veldhoek. Die Verluste am 10. waren trotz des heftigen Feuers gering.“
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1.Garde-Regt.z.F.: Unteroffizier der Reserve Karl Willnitz, Führer der 1. Gruppe, 1. Zug, 9.Komp./1.Garde-Regt.z.F., erinnert sich: „Ypern. [...] Als Posten durch die Gänge laufen und uns wecken, staunen wir, daß es mittlerweile völlig dunkel geworden ist und sogar schon ein paar eigenartig fahle Sterne am Himmel hängen. „Hummel ... Hummel ...“, ruft plötzlich ein Hamburger, „wir sind schon auf der Hammelwiese. Wenn’s hier noch Köm und Brunbeer gibt, dann will ich sogar auf eine Reeperbahn verzichten.“ Sein Witz von der Wiese ist gar nicht so unwahrscheinlich. Ist doch die Erde ringsum völlig verschwunden, in dicke Bodennebel gehüllt, über die nur unser Kopf hinausreicht. Ein Wattemeer scheint vor uns zu liegen, ein großer See das ganze zu sein, auf dem nur die Schiffe fehlen und das Tuten der Sirenen, ohne das ein Hamburger Jung sich Wasser nicht denken kann. Ein Wunder für viele, die nie auf einem Berge gestanden haben und dieses seltene Naturschauspiel nicht kennen. „Noch drei Stunden bis zum Angriff“, reißt mich einer wieder in die Wirklichkeit zurück. „Wat denn, wat denn“, knurrt auch der Berliner dazwischen, „dem ham se wohl mit Nebelwänden den Keks gequetscht, det er plötzlich jehäkeldes Mak’roni quasselt.“ „8.01 Uhr ist der Angriff befohlen“, meckert der Gequetschte. „Jetzt ist es 5 Uhr früh und wenn du noch bis drei zählen kannst, dann wirst du schon merken, daß es stimmt, was ich gesagt habe.“ 5 Uhr früh? Auch meine Uhr beweist, der Bursche hat mit der Zeitangabe nicht geflunkert. Es ist ein harter Schlag auf nüchternen Magen, der uns so nebenbei vom Schicksal verpaßt wird. An der Tatsache ist nichts mehr zu rütteln. Wir haben eine ganze Nacht mitten in einer Schlacht verpennt. Da ich mich gern waschen möchte oder doch wenigstens die Augen etwas sauberer hätte, gehe ich auf Wassersuche. Leider ist guter Rat teuer, und ich muß schon versuchen, das durch Staub und Dreck verkrustete Gesicht voller dicker Schweißgerinnsel mit etwas Tau wieder in Ordnung zu bringen. „Ein Königreich für einen Spiegel!“ „Da ...“ man reicht mir einen. Sie haben tatsächlich einen anderen geweckt und mich schlafen lassen, geht es mir durch den Sinn. Wir sind alle Greise geworden. Nur der Milchbart paßt nicht dazu, der den meisten wie wildgewordene Gänsestoppeln unter der Nase und teilweise auch um die Kinnpartie sprießt und wuchert. Unter Dösen und Nichtstun vergeht die Zeit. Unser ganzes Herzklopfen und Bangen vor dem Angriff ist umsonst gewesen. Nichts geschieht 8.01 Uhr. Nichts. Nicht einmal ein Kommando gibt uns Aufschluß, weshalb denn nun nichts geschieht. Als sich die Nebel endlich verziehen, ist es bereits Mittag. Warmes Essen markieren wir durch rote Flaggen d. h. zu Futtern gibt es nichts. Es war nicht möglich, den Inhalt auch nur einer Feldküche nach vorn zu schleppen. Uns bleibt also Zeit, in den nächsten Stunden das Gelände zu studieren. Einmal zu versuchen, festzustellen, wo all die Nester liegen, die für uns noch Niemandsland sind, die aber schon einen Namen haben, den jeder, der sie kennt, nur noch mit Ehrfurcht nennt. Von Dörfern, Kirchen und Gehöften, von Feldern, Wäldern und Gärten ist nichts mehr im Vorgelände zu sehen. Alles ist in ein rauchendes, von Granaten durchpflügtes Chaos verwandelt. Ein paar Baumstümpfe hier, ein Haufen Trümmer dort unterbrechen wohl die Einöde, sonst aber zeigt sich alles in einer Einförmigkeit, die wir bisher noch niemals gesehen haben. Gegen Abend geht es weiter. Über Koelberg gelangen wir nach Gheluwe. Bei einbrechender Dunkelheit biegen wir auf der Chaussee nach Besselaire ab und gelangen, von einem Bahndamm geschützt, in das völlig verlassene Gut Scheriabeke, südöstlich des Ortes Feldhoek. Trotz dauernden Artilleriefeuers haben wir das seltene Glück, ohne größere Verluste in die vordere Linie zu gelangen, unsere Kameraden aufzufinden, für die wir die längst ersehnte Ablösung aus tausendfacher Todesnot bedeuten. Die Begrüßung ist mehr als herzlich. Dies wirkt sich jedoch nicht so aus, daß viele Worte untereinander gewechselt werden. Man gibt sich die Hand, wie, das wissen nur jene, die es einmal selbst erlebt haben, man schaut sich einen Augenblick in die Augen und nimmt dann die Stelle ein, die der andere mit einem letzten Rundblick still verläßt. Indessen trommeln der Engländer und der Franzose ununterbrochen weiter auf die Front. Zufrieden und glücklich werden die Abgelösten erst sein, wenn sie die Chaussee nach Werviek oder Menin unter den Füßen spüren. Aufatmen, sobald sie die krummen Buckel etwas aufrichten dürfen und nicht mehr der Gefahr ausgesetzt sind, daß auf jede Pickelhaube von einem feindlichen Scharfschützen geschossen wird. Ich merke mir die Achselklappen der verschiedensten Regimenter, deren Träger jetzt ununterbrochen teils auf den Knien, teils auch auf dem Bauche an uns vorüberrutschen. Sie wollen nicht mehr im letzten Augenblick getroffen werden. Sie wissen, etwas mehr an die Erde sich schmiegen, schützt unter Umständen sie davor, von einem Querschläger geküßt zu werden. 26er Jäger sind es, 240er, 247er und 248er Infanteristen, aber auch einige, deren Nummer ich nicht mehr erkennen kann. Beispielloser Dreck klebt darauf, auch sind einige abgerissen oder durch den Tornisterriemen verdeckt, den man einfach in der Eile der Ablösung darüberschnallte. In der Heimat würde ein solches Vergehen drei Tage Mittelarrest kosten. Hier ist, dem Himmel sei Dank, kein Vorgesetzter mit sogenannten Radiumaugen in der Nähe. Ich wette aber meinen Kopf für einen „Anschiß“ in der nächsten Etappe. Der Strom in das Hintergelände reißt auch in den nächsten Stunden nicht ab. Man schleppt schon Verwundete in größerer Anzahl in Sicherheit. Ein Major ist dabei. Sein Gesicht ist tief eingefallen und bereits vom Tode gezeichnet. Zwei junge Leutnants dann, die so leicht sind, daß Sanitäter sie zusammen auf eine Bahre packen können. Sanitäter, „Pflasterkasten“, wie wir sie so oft genannt, brave Jungs, die noch mehr der Gefahr ausgesetzt sind als wir, die immerhin doch eine gewisse Deckung durch die Grabenwand besitzen. Hier bitten wir im stillen ab, sie so oft als Soldaten nicht für voll genommen zu haben. Hier bekommen wir einen Einblick aus erster Hand in ihr schweres Tun und begreifen auch, daß gerade diese Truppe so große Verluste bisher erlitten hat. Wiederum ist es Nacht geworden. Im stillen hoffen wir, schlafen zu können. Irrtum. Jeden Graben müssen wir so herrichten, daß er die größtmöglichste Deckung für alle Insassen gewährt. Spaten und Hacken sind in ununterbrochener Tätigkeit. Keiner ist unter uns, der nicht längst begriffen hat, wie wichtig das Schanzen in der Nacht für sein Leben sich auswirken kann. Keiner, der sich drückt und lieber ein paar Schwielen in Kauf nimmt, als daß er sich sagen lassen muß, er habe keinen Kameradschaftsgeist besessen. Denn Kameraden sind wir hier draußen auf Tod und Verderb. Wer Einzelgänger wird, ist erledigt, ist ein Halm im Winde, den schon der erste Hauch über den Haufen weht. Das Vor- und Zurückkriechen anderer Ablösungen hält die ganze Nacht an. Wasser- und Essenträger erscheinen, Munitionsfritzen kommen keuchend angelaufen und werfen den so wichtigen Bedarf uns zu. Es ist ein Betrieb, wie wir ihn uns nie vorgestellt haben, und wohl nur dadurch begründet, daß nachts das Artilleriefeuer etwas schwächer geworden ist.“
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| | 10.11.1914: | Garde-Gren.Regt.2: [4.Garde-Inf.Brig./Garde-Div.Winckler/Kps.Plettenberg/Arm.Gr.Linsingen/6.Armee/OHL] Leutnant Fritz Baehrecke, Kompanieführer der 11.Komp./Garde-Gren.Regt.2, erinnert sich: „Tage vor Ypern [...] Kurz nach Mitternacht kommt auch der 3. Zug, der sich zu meinem Entsetzen mit Donnergepolter in das kleine Grabenstück meines rechten Flügels begibt! Natürlich schießen die Engländer, und der Zugführer fällt dabei. In dem kleinen Flügelgraben sitzen nun die Leute haufendick, und ich muß „evakuieren“; dabei kommen zuviel Leute rüber, doch ich gebe es auf, neue Anordnungen zu treffen. Eben habe ich mich erschöpft und in Schweiß gebadet niedergelegt, als auf meinem linken Flügel Gewehrfeuer einsetzt, dann heult ein Mensch in grauenvollen Tonarten, und gleich darauf bringt man mir einen gefangenen englischen Offizier. Der schüttelt mir vergnügt die Hand und erklärt gleichmütig: „This is my first battle but no great succeß for me.“ Dann kommt die Meldung, daß der Angriff erst am 11. stattfinde, und so tritt endlich gegen Morgen Ruhe ein. 10. November. Noch in der Dunkelheit werde ich geweckt. Ein Unteroffizier vom rechten Flügel ist da und berichtet erregt, bei seiner Gruppe habe ein Mensch mit einem ungeheuerlichen Kopf in den Graben geschaut, worauf seine Leute ausgekniffen seien. Ich jage den Mann zurück und drohe seiner Gruppe Tod und Teufel an, wenn sie noch einmal vor Leuten mit dicken Köpfen ausreiße. Gleich darauf knallt es auch, und froh erregt berichtet der Unteroffizier, der Mann mit dem dicken Kopf sei erschossen; der Kopf sei übrigens ganz normal, das Dicke dagegen eine große Mütze gewesen (Turban). — Sobald es hell wird, gibt es eine neue peinliche Überraschung. Auf dem linken Flügel schießt ein englisches Maschinengewehr beinahe flankierend in meinen Graben und setzt etwa 10 Mann außer Gefecht, ein schwerer Verlust für meine kleine Macht. Natürlich drängt sich alles nach rechts, und es ist unmöglich, etwas gegen den unheimlichen Gegner zu unternehmen. Gegen Mittag wird ein englischer Unteroffizier in den Graben geholt, und als ich mit ihm spreche, teilen sich neben mir die Zweige der Hecke, und herein schaut ein Zuave mit einer grünen Wollmütze auf dem Kopfe. Mit einem Satz ist der kerl im Graben und ruft auf französisch: „Nicht schießen, Vater vieler Kinder, große Familie!“ Fast in demselben Augenblick hat er mit kaum vorstellbarer Unverfrorenheit einem meiner Leute die Trinkflasche entrissen und leert sie unter dem Gelächter der Grenadiere fast bis zur Neige.“
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| | 11.11.1914: |
Garde-Div.Winckler: [Kps.Plettenberg/Arm.Gr.Linsingen/6.Armee/OHL] „Die zusammengesetzte Garde-Infanteriedivision Winckler trat 10 Uhr vormittags zum Sturm gegen den von der englischen Garde-Division besetzten Abschnitt Polygon-Wald - Nonnenbusch - Herenthage-Wald beiderseits der Straße Gheluvelt - Schloß Hooge an. Die besten Truppen der beiden gegnerischen Heere traten sich in einem Kampf von höchster Erbitterung gegenüber.“
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| | 11.11.1914: |
Garde-Div.Winckler: [Kps.Plettenberg/Arm.Gr.Linsingen/6.Armee/OHL] „Der wechselvolle Kampf erlosch bei Eintritt der Dunkelheit damit, daß die preußische Garde sich zwar in den Wäldern behaupten, nicht aber bis an die Westausgänge gegen Ypern hin durchstoßen konnte.“
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| | 11.11.1914: |
Garde-Div.Winckler: [Kps.Plettenberg/Arm.Gr.Linsingen/6.Armee/OHL] „Nach den Eröffnungsscharmützeln vom Herbst 1914 besetzten die geschwächten Überreste der alliierten Streitkräfte eine Linie, die sich von der Küstenstadt Nieuport entlang dem Südufer des Flusses Yser ins Binnenland verstreute. Sie beulte aus, um dem rauhen Halbkreis aus niedrigen Höhenrücken nach Osten zu folgen, der die Stadt Ypres in einer gewölbten Hand zu halten schien, schlängelte am Höhengelände entlang zurück nach Westen, wo sie sich hinunterwellte, um in der Ebene aufzugehen, schwang nach Süden, vorbei an Armentières und Arras, tief nach Frankreich hinein und im Osten bis gegen die Schweizer Grenze. Während sie rittlings auf den Höhenrücken oberhalb Ypres saß, war die Armee in der Lage, ein interessantes Bild ihrer Situation zu bekommen. Vor ihr lag das besetzte Belgien, ein Land, das überfallen, jedoch nicht vom Krieg zernarbt war, und jenseits in einem sicheren Abstand befand sich das As in der deutschen Hand — der große Eisenbahnknotenpunkt von Roulers. Es fiel kaum ins Gewicht, daß die Strecke nach Ypern und an die Küste wirksam durchtrennt war. Die Soldaten konnten selbst sehen, als die Dampflokomotiven lebhaft rückwärts und vorwärts über das Flachland keuchten, daß ein Netzwerk von Verbindungen von Roulers rückwärts nach Deutschland selbst verlief, zu den riesigen Toren der Rüstungsfabriken an der Ruhr, zu den gewaltigen Türen der Lager, in denen sich die Truppen für die Front versammelten. Hinter ihnen kräuselte sich das Land gemächlich abwärts zu den von Wassergräben umgebenen Stadtwällen von Ypres. An einem klaren Tag konnten sie jenseits seiner Turmspitzen in der Ferne das Wasser des Ärmelkanals glitzern sehen, beunruhigend nahe an ihren Rücken. Ypres war der Schlüssel zu den Kanalhäfen – und die Deutschen wußten es. Es war ihnen klar, daß die Linie der Truppen dünn war und das verstreute Geschützfeuer sagte allen zu deutlich, daß die Munition knapp war (ein Viertel der Geschütze war aus der Feuerzone zurückgezogen worden, weil sie keine Granaten zum Verfeuern hatten). Es würde ein Kinderspiel sein. In einem bestimmten Zeitraum war es das. In dem Herbst 1914, in zweiundzwanzig Tagen erbitterter Kämpfe wurde die zerlumpte britische Armee über den Rand der Höhenrücken gedrängt, die Abhänge der flachen Untertasse hinab, ab- und einwärts, näher und näher an Ypres in ihrem Rücken. Und dann, fast innerhalb Rufweite des Tores von Menin, blieb sie stehen. Der Ort war Nonne Bosschen – Nonnenwald, ein Dickichtkeil auf dem Rücken einer dieser trügerischen sanften Steigungen, halbwegs zwischen Passchendaele und Ypres. Die deutschen Kommandeure holten tief Atem für den letzten Vernichtungsangriff. Ströme von Geschützen ergossen sich, um das Bombardement zu verstärken, die Truppenzüge dampften nach Roulers hinein mit Verstärkungen von erstklassigen preußischen Garden, frisch und unerprobt, aber gedrillt zu rasiermesserscharfer Präzision. Soweit die erschöpften britischen Expeditionsstreitkräfte betroffen waren, so war das einzige, was im entferntesten als „Verstärkung“ beschrieben werden konnte, der Embryo Kitchener-Freiwilligenarmee, der – zwischen energischen Kraftproben des Stiefelpolierens – auf der anderen Seite des Ärmelkanals, in dörflichen Grünanlagen und auf Spielfeldern lernte, Viererreihen zu bilden und Gewehre zu schultern. Aber nichtsdestoweniger traf eine Art Verstärkung ein, die Straße von Ypres heraufeilend, in hastig geformten Zügen von Köchen und Kartoffelschälern, Geschirrspülern und Büroangestellten, Krankenpflegern und dicken Kellnern der Offiziersmessen, Lageristen und Quartiermeistern, Kutschern und Boten – ein zusammengewürfelter Haufen von Nonkombattanten, der niemals ernsthaft erwartet hatte, sich hinter einem Gewehr wiederzufinden. Dies war ein Punkt mit minimaler Bedeutung in Anbetracht der Tatsache, daß es kaum genug Gewehre für sie gab. Sie gingen in die Linien, um mit Spitzhacken, mit Schaufeln, mit Schanzzeug zu kämpfen, bereit jedoch, Feuerwaffen aufzuheben, wenn sie den Getöteten und Verwundeten aus der Hand fielen und sie zu benutzen, um den in die Gräben eindringenden Feind im Nahkampf wieder hinauszutreiben. Die Angreifer wurden zurückgeschlagen. Die Linie hielt. Die Ehre dieses Tages in der ersten Schlacht von Ypres gebührte unwiderleglich Fred Karno.“
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1.Garde-Inf.Brig.: [Garde-Div.Winckler/Kps.Plettenberg/Arm.Gr.Linsingen/6.Armee/OHL] „Die Division Winckler bei Ypern. [...] Von 7.30 Uhr vormittags ab raste das entfesselte deutsche Artilleriefeuer nieder, zweieinhalb Stunden später begann der Infanterie-Angriff. Er traf auf zwei Divisionen des I. englischen Armeekorps, einen kampfgeübten Gegner, der im Gelände gut eingewöhnt war. Aber die Artillerie hatte gut vorgearbeitet, so ging es denn trotz der starken feindlichen Überlegenheit gut vorwärts. Wenige Minuten nach 10 Uhr vormittags war bereits die starke Stellung am Südrande des Polygon-Waldes westlich Reutel im Besitze des 3. G.Regts. z. F. Zu gleicher Zeit bahnten sich die Kolben und Bajonette von Se. Majestät 1. Garde-Regiment den Weg durch Gräben und Drahthindernisse vor der Ferme Verbeek, die im ersten Sturme genommen wurde. Hiermit hatte die 1. G.Inf.Brig. einen ausgezeichneten Stützpunkt für den rechten Angriffsflügel gewonnen. Das 1. G.Regt. drang unter Führung seines unerschrockenen, keine Gefahr achtenden Kommandeurs, des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen, unverzüglich in den Wald nordwestlich der Ferme ein, während das 3. G.Regt. z. F. jetzt an den Südrändern der Wälder westlich Reutel mit der Front nach Norden kämpfte und seine letzten Verfügungstruppen einsetzte, um den linken Flügel der 54. Res.Div. vorzureißen.“ — Und dann weiter: ‚Um 5 Uhr nachm. rang Garde gegen Garde. Die Engländer hatten mit ihrem Königsregiment Liverpool aus dem Nonnenbusch heraus einen Gegenangriff gegen den äußersten Westflügel des 1. G.Regts. und den Nordflügel des Regiments Kaiser Franz eingesetzt. Der Punkt war gut gewählt. Aber der opfermutige Geist der preußischen Garde fehlte den englischen Königsgrenadieren; ihr Angriff brach vor unseren dünnen, verzettelten Linien zusammen. Ein neues Ruhmesblatt war der alten Geschichte der preußischen Garde zugefügt.’ Nördlich der Chaussee griff das Regiment Kaiser Franz an, zu dessen größten Ehrentagen der 11. November 1914 gerechnet werden muß.“
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| | 11.11.1914: |
Stab/1.Garde-Inf.Brig.: Verluste: =Hauptmann von Helldorff: Brigadeadjutant der 1.Garde-Inf.Brig. <Unif. d. 1.G.R.z.F.> Am 11.11.1914 beim 1.Garde-Regt.z.F. bei Gheluvelt gefallen.
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| | 11.11.1914: |
1.Garde-Regt.z.F.: [1.Garde-Inf.Brig./Garde-Div.Winckler/Kps.Plettenberg/Arm.Gr.Linsingen/6.Armee/OHL] II.Batl./1.Garde-Regt.z.F. verliert alle Offiziere. Die Kompanien des I.Batl./1.Garde-Regt.z.F. führt Feldwebel Mazur, die des II.Batl./1.Garde-Regt.z.F. führt Leutnant der Landwehr Lauk. Beim III.(Füs.)Batl./1.Garde-Regt.z.F. werden 2 Kompanien von Leutnants, 2 Kompanien und die Maschgew.Komp./1.Garde-Regt.z.F. von Vizefeldwebeln geführt.
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1.Garde-Regt.z.F.: [1.Garde-Inf.Brig./Garde-Div.Winckler/Kps.Plettenberg/Arm.Gr.Linsingen/6.Armee/OHL] „Das 3. Garde-Infanterie-Regiment zu Fuß drang in den Polygon-Wald, das 1. Garde-Regiment zu Fuß über Gehöft Verbeek in den Nonnebusch ein, wo das englische Königsregiment Liverpool ihm im Vorstoß begegnete.“
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